Posts mit dem Label Daguerreotypie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Daguerreotypie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 22. Februar 2013

ImageObject



ImageObject, das ist der Name einer internationalen Ausstellung über zeitgenössische Daguerreotypien. Sie wird April diesen Jahres in New York stattfinden und auch von mir werden 2 Daguerreotypien zu sehen sein ! Ich repräsentiere somit quasi Deutschland auf dieser Ausstellung, denn wie es scheint bin ich ja der einzige Mensch in Deutschland der noch Daguerreotypien herstellt, bzw. herstellen kann... Sollte es doch noch jemanden geben, so möge er sich bitte bei mir melden ;-)

Die zwei Bilder die ich dort ausstellen werde seht ihr in dem Bild oben. Mit dem Rahmen schaut das schon ziemlich edel aus.. Das rechte Bild mit der Gitarre ist in Wirklichkeit nicht so dunkel, es ist nur sehr schwer Daguerreotypien so abzufotografieren, dass wenigstens halbwegs der echte Bildeindruck erkennbar bleibt...

Morgen gehen diese beiden Bilder dann auf die Reise nach New York, wo sie dann hoffentlich bis Mitte März ankommen.

Mittwoch, 26. September 2012

Erste Daguerreotypie !!

Heute ist ein besonderer Tag: Nach wochen- und monatelangem Testen, Ausprobieren und ständigen Fehlschlägen war es heute endlich so weit: Ich habe meine erste, technisch perfekte quecksilberentwickelte Daguerreotypie hergestellt.
Und so sieht sie aus:


Dieses Digitalfoto gibt natürlich nicht ansatzweise den Bildeindruck wieder, der entsteht, wenn man die Platte wirklich in der Hand hält. Besonders durch das abschließende Gilding mit Goldchlorid erhält die Platte einen sanften, aber dennoch intensiven Goldton.

Es ist Wahnsinn, wie sich die Bildeigenschaften ändern, wenn man die Daguerreotypie in verschiedenen Lichtsituationen betrachtet. Bei zu wenig Licht erscheint das Bild sehr schwach und "matschig", hält man die Platte dann unter eine helle Lichtquelle springt einem das Bild plötzlich regelrecht entgegen...

Einer der größten Schwierigkeiten dieses Prozesses ist das Polieren der Silberplatte. Obwohl sich das trivial anhört, ist es der Dreh- und Angelpunkt einer jeden Daguerreotypie. Die Oberfläche muss völlig frei von Kratzern sein, nur dann sind kontrastreiche und "knackige" Fotos überhaupt möglich.

Belichtet wurde für 15sec bei bedecktem Himmel. Die Silberplatte wurde zunächst bis zu einem dunklen Gelbton über Iod bedampft, anschließend für 3sec über Bromwasser, hier muss ich die perfekte Zeit erst noch herausfinden.


Dienstag, 12. Juli 2011

Ambrotypie und Daguerreotypie

Bevor es an die technischen Details und die praktische Umsetzung geht, will ich an dieser Stelle zunächst einmal klären, was überhaupt eine "Ambrotypie" oder "Daguerreotypie" ist.

Gehen wir in der Zeit zurück... Und zwar ganze zwei Jahrhunderte ! Denn das 19. Jahrhundert war es, in dem die Photographie erfunden (oder gefunden ?) wurde.  Dies geht vor allem auf die Entdeckung der lichtempfindlichen Eigenschaften von Silberverbindungen zurück. Vor allem die Silberhalogenide, also Silberchlorid, Silberbromid und Silberiodid haben die Eigenschaft, sich bei Bestrahlung mit Licht zu zersetzen bzw. chemisch zu verändern. Schnell erkannte man den Nutzen dieser Eigenschaft: Die ersten photographischen Verfahren entstanden.

Einer der Pioniere der frühen Photographie war Louis Daguerre, ein französischer Maler, der die nach ihm benannte Daguerreotypie erfand. Die Basis dieser Technik bildete eine Feinsilberplatte, oder zumindest eine versilberte Metallplatte, welche mit Brom- und Ioddämpfen bedampft wurden. Auf der Oberfläche der Platten wurde dadurch Silberbromid und Silberiodid gebildet und die Platte wurde lichtempfindlich. Die Entwicklung erfolgte schließlich mit Quecksilberdampf: An den belichteten Stellen lagerte sich Quecksilber an und bildete mit dem Silber ein Amalgam, also eine Legierung. Im Gegensatz zur glänzenden Silberplatte erscheint dieses Amalgam jedoch matt und durch diese unterschiedlichen Reflexionsverhältnisse kommt ein Bildeindruck zustande. Daguerreotypien wurden aus diesem Grund auch "Spiegel mit Erinnerung" genannt, denn tatsächlich wirkt das polierte Silber wie ein Spiegel !

Aufgrund des hohen Aufwands dieser Technik suchte man bald nach einer einfacheren Alternative. Etwa um das Jahr 1850 erfand Frederick Scott Archer schließlich die Kollodium-Nassplatte. Kollodium ist ein Gemisch aus Alkohol und Ether, in welchem Kollodiumwolle gelöst ist. Dieser Mischung werden außerdem noch verschiedene Salze wie z.B. Kaliumbromid und Kaliumiodid zugesetzt. Anschließend wird damit eine Glasplatte beschichtet und in ein Becken mit Silbernitratlösung getaucht. Dort reagieren die Salze im Kollodium mit dem Silbernitrat und bilden so die lichtempfindlichen Silberhalogenide.
Im Gegensatz zur Daguerreotypie ist die Handhabung dieser Technik wesentlich einfacher, da man die Beschichtung in Form von Kollodiumlösung leicht lagern und auf die Platten auftragen kann. Auch die Sensibilisierung mit Silbernitratlösung ist wesentlich einfacher als das Hantieren mit den Reinelementen Brom und Iod...
Zu Beachten ist jedoch, dass die beschichteten Platten nur im nassen Zustand lichtempfindlich sind, daher auch der Name "Nassplatte". Sobald die sensibilisierte Platte trocknet, verliert sie ihre Lichtempfindlichkeit. Aus diesem Grund mussten die Photographen die Platten sofort nachdem sie belichtet waren entwickeln - Aufnahmen außerhalb des Fotostudios waren also nur mit einer tragbaren Dunkelkammer möglich.